Chapter 10/11: my last month in Missouri

Ein Jahr sieht zu erst so lang aus, dann realisiert man auf einmal, dass man nur noch 25 Tage hat und man in 5 Tagen seine Gastfamilie verlassen muss und fragt sich einfach wie man damit umgehen soll… Ich glaube jeder Austauschschüler muss da seine eigenen Weg finden, ich weiß nur, dass ich mir so langsam eine Strategie überlegen muss.

Mein letzter Schultag in Owensville High School war sehr schön. Wir hatten ein tolles Schulprogramm, mit Mittagessen draußen auf dem Fußballfeld. Am Ende gab es dann noch eine Wasserbalonschlacht, was eine Tradition ist und echt lustig war. Der Tag war wunderbar, da wir am Ende noch mit ein paar Freuden zu einem super leckeren Sushi Restaurant gegangen sind. Alle die mich gut kennen wissen, dass ich Sushi liebe und da habe ich mich echt gefreut es mal wieder essen zu können.

Im Anschluss haben Sarah und ich uns dann auf den Weg nach Springfield gemacht um meine ältere Gastschwester zu besuchen. Es war ein tolles Wochenende, wir haben in ihrem Apartment gewohnt, sie hat uns ihre Universität gezeigt und wir waren in einigen Teilen von Springfield. Wir waren dort in einem richtig schönen Kino, die Sitze waren zum hinlegen und es war einfach die coolste Sache auf der Welt.

Graduation und Project Grad war eines der Highlights der letzten Woche. Ganz klassisch mit dem Umhang und den Hut, die am Ende der Zeremonie in die Luft geschmissen werden. 2 Tage davor hatten wir auch eine Veranstaltung für alle Stipendien die vergeben wurden und wir Austauschschüler haben alle etwas sagen können und haben ein amerikanische Flagge von der Schule bekommen.

Mit meiner Gastfamilie waren wir noch für 2 Tage in Kansas City und haben die Familie meiner Gastmama ein letztes Mal besucht und es war wieder sehr schön.

Schule ist vorbei und der Sommer ist heiß. Also habe ich ganz viel mit meinen Freunden unternommen. Wir waren schwimmen, kajaken und haben das Wetter genossen. Am Mittwoch war ich mit meinem Freund in St. Louis und wir waren beim Arch und waren zu Abend aus in der „Old Spaghetti Factory“. Es war echt schön und das Restaurant hat eine tolle Atmosphäre.

Außerdem habe ich noch einen weiteren Feiertag erleben dürfen, Memorial Day. Nur leider haben sie keine wirklichen Traditionen. Also hatten wir einen Familientag.

Morgen werde ich meine Eltern vom Flughafen abholen. Ich freue mich schon so sehr sie wiederzusehen. Ich hoffe es wird schön, wir haben uns vor 312 Tagen das letzte Mal gesehen und man braucht bestimmt etwas Zeit um sich wieder aneinander zu gewöhnen.

chapter 9/11

Nun befinde ich mich schon mehr als 9 Monate in einem anderen Land, auf der anderen Seite der Welt. Was ich in diesem Monat alles so erlebt habe möchte ich im folgenden mit euch teilen.

Zuerst war ich das erste Mal in meinem Leben in einem Freiluft Kino und es war richtig toll. Total amerikansich und wunderschon, vor allem da man die Sterne hier immer so klar sehen kann.

Des weiteren hatte ich mein letztes Treffen mit meinen CR’s und den Austauschschulern aus meiner Gegend. Das war ein sehr toller Abend, wir habe “Bubble soccer” gespielt und für alle die nicht wissen was das ist, schaut es euch an, es macht super viel Spaß! Wir waren die ganze Nacht auf und haben Volleyball gespielt, Filme geschaut, das Jahr ausgewertet und etwa über den Abschied gesprochen. Es fiel nicht einfach das erste Mal realistisch über den Abschied nachzudenken, das Jahr verging um einiges schneller als gedacht.

Auserdem haben wir noch das Kapitol in Jefferson City besucht und waren bei einem Baseballspiel in St. Louis. Das waren die letzten 2 Aktivitaten mit meiner Austauschgruppe und es war echt unvergesslich Kontakt mit Austauschschülern aus aller Welt zu haben.

Ich spiele seit Dezember in der Jazz Band meiner Schule und letzten Freitag sind wir dann zu einem Jazz Festival in einem College nah bei unsere Schule gefahren. Das war das erste Mal, dass ich Saxophon gespielt habe und es war echt cool das ich hier ein zweites Instrument erlernen konnte.

Eines der besten Erlebnisse meines Auslandsjahres war Prom! Es war so traumhaft, wie in einem Märchen.
Der Morgen startete etwas anstrengend, da ich meine grose Geschichtspräsentation 2 Stunden entfernt hatte und ich daher schon um 4 Uhr morgens aufstehen musste. Es lief aber alles sehr gut und wir sind 9 von 42 geworden. Außerdem haben wir es auch gerade noch pünktlich zurück geschafft.
Meine ältere Gastschwester hat dann meine Haare und mein Make up gemacht und dann hat mich mein Date mit meiner Promgruppe abgeholt. Wir haben Blumen ausgetauscht und sind dann zu 2 verschieden Orten und haben Bilder gemacht. Dann sind wir zu einem sehr feinen italineschischen Restaurant gefahren. 60$ für 2 Personen, dann Prom Tickets, und Kleid oder Anzug – Prom ist echt teuer. Jedoch eine amerikanische Tradition, die man nicht missen kann. Die Prom Feier mit der Schule war dann auch gut, viele haben getanzt. Es war nur Schade, dass die meisten schon um 22:30 Uhr gegangen sind, gleich nachdem sie Prom King und Queen bekannt gegeben haben. Natürlich gab es auch noch eine Aftershow Party, bei einem Schüler unserer Schule. Für alle die, die sich nicht genau vorstellen konnen, was Prom ist, es ist so ähnlich wie Abiball, nur größer und ausgefallener.

Leichtatletik ist jetzt auch vorbei. Ich hatte meinen letzten Wettkampf und ich kann immer noch nicht glauben, dass ich nie wieder für meine Schule hier an einem Wettkampf teilnehmen werde… Ich bin glücklich, dass ich so viel ausprobieren konnte. Speerwurf, 200m Sprint, und 4x200m und 4x100m Staffel. Sport in den USA war ein großer und wichtiger Teil meines Aufenthaltes hier.

Am Samstag war ich dann auch beim SoMo Konzert, da mein Freund mir zu Ostern eine Karte zum Konzert geschenkt hat. Es war toll, in einem kleinen Club in Columbia, Missouri. Die Stimmung war einzigartig und ein sehr schönes Erlebnis. Für alle die, die diesen amerikanischen Sanger noch nicht kennen, hört euch mal seine Musik bei Youtube an.

Orchester und Kirche ist nun auch vorbei. Einige letzten Male sind nun schon vorbei, aber ich habe auch noch einiges vor mir. Viele Freunde und Lehrer fragen mich, wie ich daruber denke, dass es bald wieder nach Hause geht. Ich kann nur ehrlicherweise sagen, es wird wahrscheinlich eines der schwersten Dinge, die ich bisher durchstehen musste, aber ich freu mich schon unglaublich meine Eltern wiederzusehen. Sie hier herumführen zu können und auf unsere Reise die Ostküste entlang. Ich freue mich auf mein zu Hause, mein Bett, Essen (vor allem ordentliches Brot), deutsche Schule, weniger Drama, öffentliche Transportmittel, Fahrad fahren, das Großstadtleben und meine Freunde. Ich hoffe, dass ich mich schnell wieder einleben werde und bin super gespannt was der Sommer so mit sich bringen wird… Morgen ist schon mein letzter Schultag an meiner High School und ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll….

Chicago

Dieses Wochenende hatte ich die Möglichkeit mit meiner Gastmama und einer kleinen Gruppe von Austauschschülern nach Chicago zu gehen. Die 4 Austauschschüler waren aus Pakistan, Finland, Surinam und Indonesien, also eine ganz gemischte Gruppe. Sie sind alle Donnerstagabend zu meinem Leichtathletik Wettkamp gekommen, wo ich auch meine erste Medaille für 4x200m bekommen habe, und dann ging es zu uns nach Hause.
Am nächsten Morgen haben wir schon um 4:30 Uhr das Haus verlassen und sind im Auto nach St. Louis gefahren. Von dort haben wir dann die Bahn genommen und waren nach 5 Stunden in Chicago. Dann haben wir dann ein schnelles Mittagessen genossen und sind zu unserem Hotel gelaufen. Im Anschluss haben wir die Gruppe mit den Schülern aus Minnesota bei der „The Giant Bean“ getroffen, die eigentlich eine Wolke darstellen soll, und sind am Ufer des Lake Michigan langgelaufen. Wegen des Sees nennt man Chicago auch die windige Stadt, das konnten wir dieses Wochenende nicht bestätigen. Es war außergewöhnlich warm am Tag, immer so um die 18 Grad. Wir haben dann als zusammen in einem sehr leckeren asiatischen Restaurant gegessen, sind ein bisschen durch die Gegend gelaufen und zurück zum Hotel.
Samstag war ein sehr langer Tag. Wir haben uns um 7:30 Uhr in der Lobby getroffen und ein sehr gutes Frühstück verputzt. Von dort aus war unser erste Stopp das Hanckok Building, von dem wir eine tolle Aussicht über Chicago hatten. Es ging direkt weiter zum Aquarium, Field Museum und Navy Pier. Am Navy Pier haben wir dann Griechisch gegessen. Das hat mich so an zu Haus erinnert, weil ich immer mal mit meinen Eltern in ein griechisches Restaurant gehen und ich es einfach für eine sehr lange Zeit nicht mehr hatte. Wir sind dann noch zu der Statue von Michael Jordan gegangen und zum Baseball Stadium.
Im Anschluss haben wir die Gruppe von Minnesota wiedergetroffen und Chicago styled Pizza gegessen. Die Pizza hat gut geschmeckt, mit extrem viel Käse, so wie es die Amerikaner lieben, aber es war einfach zu viel. In Deutschland kann ich eine ganze Pizza alleine Essen. Wir haben 4 Pizzen für 15 Personen bestellt und es ist noch einiges übrig geblieben. Ich glaube man kann sich vorstellen, wie groß das gewesen sein muss. Meine persönliche Meinung ist, das eine bisschen zu viel Wind um diese Pizza gemacht wird, aber es ist halt bekannt für Chicago.
Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch auf das berühmte Skydeck, größer als das Empire State Building in New York, mit einer atemberaubenden Sicht über ganz Chicago. Das alles bei Nacht, die Lichter der Stadt strahlend, etwas was für immer in meinen Erinnerung bleiben wird. Es nennt sich Skydeck, weil man auf einer Seite eine komplette Glaswand hat und unter seinen Füßen bis zum Boden schauen kann.
Wie schon die Tage zuvor ging es Sonntagmorgen wieder früh raus. Wir haben kurz vor 6 Uhr morgens das Hotel verlassen und haben den Zug zurück nach St. Louis genommen.
Dieses Wochenende haben wir also fast nur von öffentlichen Verkehrsmittel gelebt und ich habe es in vollen Zügen genossen. Außerdem sind wir allein am Samstag 20 Kilometer gelaufen, ich habe mich also nicht mehr schlecht gefühlt, das ich am Freitag nicht zum Training gehen konnte.
Insgesamt hat mir Chicago gefallen, irgendwie wie ein kleines New York und die Menschen sind extrem freundlich. Durch die anderen Austauschschüler habe ich wieder vieles neues gelernt, vor allem auch über Religion und es macht mit einfach so glücklich, das ich all das erleben darf.

Chapter 8/11: Spring Break (Arizona)

In letzter Zeit ist wieder viel passiert. So langsam wird es wärmer, die Sonne scheint länger, Kälber springen herum und alles wird grün.
Der Frühling in Missouri ist wirklich wunderschön und auch um einiges wärmer als in Deutschland. Meine ersten 2 Leichtathletik Wettkämpfe habe ich auch schon überstanden und die Zeit fliegt.
In der vergangenen Woche hatte ich über Ostern als Spring Break frei. Ich habe ein paar Sachen mit Freunden unternommen, war beim Training und am Samstag sind wir dann nach Kansas City zu Amy’s Familie gefahren. Wir hatten viel Spaß, wir haben Eier mit meinen 2 kleinen Cousins und deren Austauschschüler gefärbt. Wir waren Eier suchen und meine Schwarzwälderkirschtorte ist auch bei allen sehr gut angekommen. Am Ostersonntag hatten wir dann noch alle zusammen einen großen Brunch genossen, bevor es dann für meine ganze Familie zum Flughafen gegangen ist. Endlich haben wir es mal alle 5 zur gleichen Zeit geschafft frei zu haben. Wir sind über Denver, Colorado nach Phönix, Arizona geflogen. Dort war es schön warm, gleich am ersten Abend 28 Grad Celsius. In Phönix waren wir auch in einem wunderschönen botanischen Garten, der hauptsächlich von Kakteen und trockenen Gewächsen geprägt war, also ganz anders als in Missouri.
Außerdem sind wir an einem anderen Tag 3 Stunden in den Norden von Arizona gefahren um uns den Grand Canyon anzuschauen. Es war wunderschön und einfach total eindrucksvoll. All die Farben, die man in dem Gestein sehen konnte und die Größe insgesamt. Etwas was man einfach mit seinen eigenen Augen gesehen haben muss. Das einzige Problem war, dass dort nur 12 Grad waren und auch ein starker Wind wehte. Daher haben wir in unseren kurzen Hosen etwas gefroren, aber was macht man nicht alles für das Abenteuer seines Lebens.
Ich hatte eine tolle Zeit und freu mich schon auf die nächste Reise im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!3 Monate gilt es noch zu genießen.

Cheerleading and 100 days left!

Hallo ihr Lieben,

meine Zeit als Basketball Cheerleader für die Owensville High School hat gestern sein Ende gefunden.
Es waren unvergessliche 5 Monate mit vielen Hoch- und Tiefpunkten, aber es hat sich gelohnt. Der Sport allein hat mir einfach sehr viel Spaß gemacht. Das tägliche Training mit verschiedenen Tänzen, Stunts und immer neuen Cheers. Wir hatten insgesamt 3 große Auftritte und es war immer spanned. Natürlich sind die Spiele ein sehr wichtiger Part. Für mich war es aber perfekt, denn ich mag es Basketball zu schauen und das alles war so besonders, denn du kennst jeden einzelnen Spieler persönlich. Du fieberst mit und bist glücklich wenn sie gewinnen und traurig wenn sie verlieren. Unser Basketball Team ist im Durchschnitt nicht gerade das beste, platz 231 im gesamten Bundesstaat. Vor 22 Jahren haben sie es das letzte Mal zu State geschafft, das sind die 4 besten Teams im Staat und sie sind 4. geworden. Dieses Jahr war es anderes, sie haben alles gewonnen und es somit genau in dem Jahr in dem ich hier bin zum State Championship Spiel geschafft. Das ganze findet in Mizzou, der größten Universität in Missouri Statt (dort haben sich auch meine Gasteltern kennengelernt). Am Freitag haben wir dann gegen Platz 2. in unserem Bundesstaat gespielt und leider knapp verloren. Somit haben wir dann am Samstag um Platz 3 gespielt und gewonnen. Es war unglaublich diese Saison mit einem Sieg abzuschließen. Wir mussten nichts bezahlen, die Schule hat das Hotel, Essen und Transport bezahlt. Auf dem Weg dorthin sind sogar Polizei um unseren Bus herumgefahren. Ich kann immer noch nicht fassen, dass ich die Möglichkeit hatte dort als Cheerleader auf dem Basketballfeld zu stehen.
Alles hat natürlich auch seinen Preis und an alle Austauschschüler, die darüber nachdenken ins Cheer Team zu gehen, möchte ich noch einen kleinen Rat geben. Es wird hart, denn die Gruppe kennst sich schon 3-4 Jahre und du kommst da als neue Person rein, mit null Erfahrung. Die Vorurteile sind leider auch wahr, einige der Mädchen sind sehr nett, aber die meisten sind sehr selbstverliebt, lieben Streit und sobald du irgendwas hast weshalb sie neidisch sind oder es ihnen nur nicht gefällt, erzählen sie Gerüchte über dich. Es war deshalb nicht immer einfach, aber ich habe sehr viel gelernt und für mich hat es sich gelohnt.
Jetzt beginnt die Frühling Saison und ich habe mich für Leichtathletik entschieden, mal sehen wir das wird. Am Dienstag ist schon der erste Wettkampf und ich bin schon ein bisschen nervös…
Heute bin ich 236 Tage in den USA und habe genau 100 übrig, bis es wieder zurück nach Deutschland geht. Ich freue mich auf die kommende Zeit und werde probieren jeden Tag so viel zu genießen wie es nur geht.

7 months: I just realized that I live my dream!

7 Monate bin ich nun schon hier und die Zeit ist einfach wie im Flug vergangen. Es tut mir schrecklich leid, dass ich im letzten Monat nichts von mir hören habe lassen, aber es ist einfach immer mega viel los. Was mich am meisten verblüfft ist, wie ich hier einfach jeden Tag etwas neues erlebe, etwas neues ausprobiere auch wenn es manchmal nur eine neue Vokabel ist die man lernt. Und wisst ihr was? Das ganze hier ist mein Traum und ich lebe ihn. Ich wollte immer schon ein Auslandsjahr machen und jetzt bin ich hier und tue es einfach. Es ist unglaublich. Aber zunächst will ich mal ein großes Dankeschön an meine Eltern aussprechen. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen, ich bin einfach so unglaublich dankbar das ihr mir das alles ermöglicht und mich immer unterstützt. Ich liebe euch und freue mich schon wenn ihr mich abholen kommt und ich euch mein 2. zu Hause zeigen kann.
Aber jetzt mal ein chronologisches Update was im letzten Monat so passiert ist und was ansteht.

Geburtstag
Ich habe meinen ersten Geburtstag in den USA verbracht, es war ein ereignisreicher Tag. Ich hatte Schule (war an einem Freitag) und so gut wie jeder hat mir gratuliert, selbst die Lehrer, alle waren super lieb! Abends nach dem Basketballspiel sind dann ungefähr 15 Freunde alle zu meinem Haus gekommen und wir haben uns einen schönen Abend gemacht. Für alle Austauschschüler erwartet nicht zu viel von eurer Gastfamilie, meine ältere Gastschwester Hannah war die einzige von der ich ein Geschenk an dem Tag bekommen habe. Von meiner anderen Gastschwester habe ich gar nichts bekommen und meine Gasteltern haben mir 4 Tage später eine Karte mit 60$ gegeben und das hatte mich dann schon etwas enttäuscht… Geld ist so unpersönlich und das man das dann nichtmal pünktlich hinbekommen kann war auch etwas merkwürdig, aber generell werden hier Geburtstage einfach anders gesehen als in Deutschland und das muss man akzeptieren. In allem hatte ich einen guten Tag und bin jetzt endlich frische 17.

Super Bowl
Am 7. Februar war dann der 50. Super Bowl. Unsere Kirche hat nur für die Jugendlichen hat eine große Veranstaltung dafür gemacht und somit habe ich dieses typisch amerikanische Event mit ganz vielen Freunden zusammen genießen können. Es gab ganz viel Fast Food, Chicken Wings Esswettbewerbe und sehr lustige Spiele. Nebenbei wurde natürlich das Football Spiel genossen, vor allem aber die Halftimeshow und die Werbespots.

Basketball Homecoming
Ende Januar hatten wir Jam the Jim, wo wir als Cheerleader einen großen Auftritt hatten. Für Homecoming hatten wir dann noch einen und das war auch die letzte große Performance für dieses Saison. Es war alles ein bisschen blöd, da wir unseren kompletten Auftritt schon fertig hatten und dann mussten wir eine Woche bevor Homecoming 3 Mädels aus unserem Team schmeißen, da sie zu einer Party in ihrer Uniform gegangen sind. Jetzt sind wir nur noch 9 und das ist echt nicht toll, wenn man 12 Mädchen braucht… Am Ende war der Auftritt dann noch gut, aber es hätte besser sein können. Die ganze Homecoming Woche war dann wieder als Mottowoche ausgerichtet und das hat super viel Spaß gemacht! Das einzige doofe war, dass wir nicht zum Homecoming Tanz am Samstag gehen konnten, da…

Hawaii
…es am Samstag morgen nach Hawaii ging. Hawaii, eine Ort den ich schon immer auf meiner Bucketlist hatte
und nun bekam ich die Möglichkeit mit meinen gerade mal 17 Jahren, ganz alleine, ohne meine Eltern, dahinzufliegen. Ein 10 stündiger Flug von Missouri, 11 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland, auf der anderen Seite der Welt. Ich war noch nie soweit von zu Hause entfernt und es war einfach wie im Paradies. Dort habe ich 8 Tage und 7 Nächte verbracht. Das ganze verging wie im Traum und ich kann immer noch nicht fassen was ich dort alles erlebt habe. Es hat sich angefühlt als ob mein Leben für diese eine Woche einfach auf Pause gestanden hat. Ich habe einfach nur im Moment gelebt und jede Sekunde genossen. Ich war die gesamte Zeit auf der Insel Ohau. Die Ausflüge waren einfach spitze, falls es euch interessiert könnte ich auch nochmal ein Reisetagebuch dazu schreiben!? Mein Zimmer habe ich mit meiner Gastschwester Sarah, Mint aus Thailand und Karolin aus Norwegen geteilt. Es war einfach eine tolle Kombination. Die beiden und noch einige andere Austauschschüler sind mir während der Zeit so an Herz gewachsen. Ich weiß das es nicht einfach ist sich das vorzustellen, da es nur eine Woche war, aber so eine Reise verbindet extrem und man hat so viele Gemeinsamkeiten. Man dielt mit ähnlichen Problemen, lebt den gleichen Traum und man genießt es einfach sich darüber austauschen zu können. Ich hoffe wirklich das ich einige von Ihnen eines Tages wiedersehen werde.

Barnwarming
Einer der Clubs mit den meisten Mitgliedern in meiner High School nennt sich FFA (Future Farmers of America), sehr viele sind darin involviert, da gerade in Missouri viel Menschen in dem agrikulturellen Bereich arbeiten oder einfach eine Farm besitzen. Die Woche war ungefähr so aufgebaut wie Homecoming, also gab es auch einen Tanz. Nur dieses Mal ganz im Countrystyle mit Cowboystiefeln, Jeans und kariertem Hemd. Es war eine tolle Erfahrung und ich hatte super viel Spaß.

Das war erst mal alles kurz zusammen gefasst, von dem was in letzter Zeit so passiert ist. Ich bin immer noch ziemlich beschäftigt, da jeden morgen Jazz Band ist. Dann ist Cheerleading noch, weil unsere Basketballmannschaft der Frauen noch in den Playoffs ist und Leichtathletik Saison hat am Montag angefangen. Dazu später mehr Details. Ende März ist dann auch endlich Spring Break, darauf freue ich mich schon sehr!

Christmas break: Christmas, Second Road Trip and New Year’s Eve

Zweieinhalb Wochen hatte ich Weihnachtsferien und die Zeit ist mal wieder wie im Flug vergangen. Ich habe einiges erlebt und möchte euch im Folgenden davon berichten.

Weihnachten in den USA
Am 24. Dezember ist die ganze Familie hier eingetrudelt, bedeutet Amys Eltern, ihre Schwester Kerri mit Mann, deren beiden Kinder und ihr Austauschschüler (Areeb). Von da an hatten wir volles Haus. Am Abend ging es dann in die kleine Kirche bei uns im Dorf, es war wirklich ein sehr schöner Gottesdienst und der Höhepunkt war dann „Stille Nacht“. Es war ein tolles Gefühl wir standen alle in einem Kreis, jeder hatte ein Kerze in der Hand und hat gesungen, dabei habe ich das Lied auf meiner Klarinette begleitet.
Danach ging es dann zu den Eltern meines Gastpapas John, ihr Haus ist nur 5 Minuten von unserem entfernt und ist in der gleichen Straße. Sie hatten eine große Weihnachtsfeier mit der ganzen Familie von Johns Seite. Es war echt lustig, wir haben gewichtelt und ganz viel gegessen. Tradition in meiner Familie ist das man am Abend vor Weihnachten schon ein Geschenk öffnet und das haben wir auch gemacht. Jeder von uns Kindern hat einen Schlafanzug bekommen den man dann über die Weihnachtsnacht anhaben muss.
Am 25. waren meine 2 kleinen Cousins schon ganz aufgeregt (die beiden Jungs sind 9 und 11) und haben deshalb die ganze Familie schon um 7 Uhr aufgeweckt, besonders Pablo war davon gar nicht begeistert, aber dazu später mehr… Jedenfalls haben wir dann alle unsere Geschenke ausgepackt und es war echt schön. Meine Geschenke sind alle sehr gut angekommen und ich glaube ich habe den Geschmack von jedem getroffen. Auch ich habe so viele Süße Sachen bekommen und das beste war in dem Moment habe ich wirklich bemerkt das ich schon ein festes Teil der Familie geworden bin und das ist das schönste Gefühl überhaupt.
Wir haben dann eine Quadtour gemacht und haben Areeb und Pablo die ganze Farm gezeigt, es war tolles Wetter und auch noch ziemlich warm für Ende Dezember. Den restlichen Tag haben wir dann Gesellschaftsspiele gespielt, besonders lustig war Pictionary und mein Team hat auch gewonnen! Was mir aufgefallen ist, dass die Amerikaner irgendwie kein traditionelles Essen haben, jede Familie macht etwas anderes…
Der 26. ist hier kein Feiertag aber alle waren noch hier, daher haben wir uns den neuen Star Wars Film angeschaut und waren in einem Restaurant Mittag essen. Danach haben wir dann auch wieder ganz viele Gesellschaftsspiele gespielt und abends waren Sarah, Hannah, ihr Freund, Areeb und ich bowlen.
Es war eine schöne Zeit und da wir so viel gemacht haben hatte man auch nicht so viel Zeit darüber nachzudenken das man Weihnachten nicht mit seiner Familie verbringen kann…

2.Reise
Am nächsten Morgen sind Amy, Hannah und ich schon um 7 Uhr los. Sarah konnte nicht mit, da sie nicht frei bekommen hat und John muss immer arbeiten.
Zuerst ging es nach Arkansas, das ist einer unserer Nachbarstaaten und ist Missouri sehr ähnlich. Dort haben wir dann Mittag gegessen, denn bei meiner Gastfamilie gibt es eine Regel, du kannst erst sagen, dass du einen Staat besucht hast, wenn du entweder dort übernachtest oder gegessen hast. Dann ging es weiter nach Memphis, Tennessee. Als erstes haben wir dort Graceland besucht. Das war Elvis Presleys zu Hause, es war super interessant vor allem da ich ganz viel über ihn in meiner American Pop Music Klasse gelernt habe und das dann alles mal real zu sehen war toll.
Dann sind wir zum „Peabody“, das ist einer sehr bekanntes Hotel in Memphis, da dort jeden Tag zu einer bestimmten Zeit Enten durch das Hotel laufen. Wir haben danach in unser Hotel eingecheckt und haben uns zum Abendbrot mit Amys Chefin und ihrer Tochter in ein Restaurant getroffen. Es war echt ein gemütlicher Abend und super interessant mehr darüber zu erfahren wie Ayusa so arbeitet.
Wir haben dann schnell Frühstück gegessen und uns wieder auf den Weg gemacht, 3 Stunden später waren wir dann in Jackson, Mississippi und sind ein bisschen durch die Stadt gelaufen bevor es dann wieder Mittagessen gab. Am Nachmittag sind wir dann endlich in New Orleans, Louisiana angekommen. Dort hatten wir ein wirklich schönes Hotelzimmer und wir haben uns noch am selben Abend in die Stadt gemacht. Dort habe ich auch das erste Mal seit New York wieder öffentliche Verkehrsmittel genutzt und das alles hat mich ziemlich an Berlin erinnert.
Am nächsten Morgen sind wir dann gleich wieder mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren, waren ein bisschen einkaufen, haben den französischen Markt besucht und das Wetter genossen (15-20 Grad täglich).
Für den Nachmittag hatten wir eine Plantation Tour gebucht und das war wirklich eines der schönsten Sachen, die wir auf der Reise gemacht haben. Alles sah so tropisch aus und es ist einfach ein so großer Teil der Geschichte in Louisiana.
Am Abend waren wir dann noch in einem echt schicken Fischrestaurant (endlich mal Fisch und nicht immer nur Fleisch) und haben verschiedenen Straßenbands zugehört und die waren dort echt mega gut!
Am nächsten Tag sind wir dann auch wieder früh los um am Abend wieder zurück zu Hause zu sein. Wir haben 12 Stunden gebraucht und das war echt gut, denn in Missouri gab es so viel Regen das ganz viele Straßen überschwemmt und somit gesperrt waren.
Ingesamt war es eine kurze, aber tolle und eindrucksreiche Reise. Ich kann es immer noch nicht fassen wie groß und vielfältig dieses Land ist.

Silvester und Neujahr
Lizas Familie hat eine Silvesterparty geschmissen zu der Sarah und ich gegangen sind. Es war echt lustig, da sie auch 2 Gastschwestern hat und wir mit ca. 15 Leute zusammen rein gefeiert haben. Das lustige war wirklich jeder außer mir und Liza war betrunken und dabei ist Alkohol hier erst mit 21 legal, aber niemanden interessiert es, selbst die meisten Eltern nicht, solange sie keine Bilder irgendwo veröffentlichen.
Neujahr hatten wir dann einen großen Brunch bei uns zu Hause und es war echt schön mal mit meinen Cross Country Leuten und meinen Cheerleading Girls zusammenzusitzen.

Die restlichen Ferien haben ich dann viel mit Freunden und meinen Gastschwestern unternommen. Dabei habe ich auch mein Prom Kleid gefunden und es war eine schöne Zeit.

Ein Update zu Pablo, er hat sich dazu entschieden zurück nach Deutschland zu gehen und somit haben wir ihn dann am 2. Januar zum Flughafen gebracht. Er war zwar nett, aber auch sehr merkwürdig. Er hat sich halt nie wirklich eingebracht und vor allem war er sehr faul…

So den ersten Schultag habe ich jetzt auch schon überstanden und ich kann es nicht fassen, dass jetzt schon das zweite Semester begonnen hat.

Menschen aus aller Welt

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr habt alle ein wunderschönes Weihnachtsfest und genießt die Zeit mit euren Liebsten.
Heute ist der 24. Dezember (vormittags) und ich wollte euch nochmal ein kleines Update vor meinem Weihnachtsfest geben, da danach wieder einiges zu berichten sein wird. Ein kleiner Tip, es geht an den Golf von Mexiko, also seid gespannt…
Seit dem ich hier bin konnte ich schon einige Austauschschüler aus aller Welt kennenlernen und davon möchte ich euch ein bisschen berichten.
Die erste Erfahrung war schon in der Zeit als wir in New York waren, da mit uns ein paar der niederländischen Austauschschüler von Ayusas Partnerorganisation mitgekommen sind.
An meiner High School sind wir 3 Austauschschüler, mit mir noch ein weiteres Mädchen aus Deutschland und ein Mädchen aus den Niederlanden. Wir 3 machen relativ viel zusammen und mit der Niederländerin (Liza) bin ich besonders eng befreundet. Kleine Nachricht an meine Eltern: macht euch darauf gefasst das sie uns bestimmt mal besuchen kommt 😉
Ayusa macht auch einige schöne Veranstaltungen während des Jahres.
Im September waren wir in einem großen Freizeitpark in St. Louis und vor 2 Wochen ein komplettes Wochenende in Kansas City (eine der größten Städte in Missouri).
Dieses Wochenende war einfach großartig! Schon am Freitagabend als wir angekommen sind gab es einige tolle Konversationen. Ich habe ein Zimmer mit Clara aus Italien und Rachel aus den Niederlanden geteilt, das tolle war das wir die halbe Nacht lang geredet haben und uns einfach über unsere Erfahrungen unterhalten konnten, obwohl man sich nicht kannte.
Am Samstag hatten wir dann volles Programm, wir waren in verschiedenen Museen, shoppen und als Heileid Eis laufen! Das war toll denn die meisten aus den südamerikanischen und asiatischen Ländern waren noch nie Eislaufen. Dann waren da noch die 2 aus Finnland, der eine hat Jahre lang Eishockey gespielt und die anderen Eiskunstlaufen gemacht. Da könnt ihr euch ja vorstellen wie die auf dem Eis abgegangen sind und wir restlichen Europäer waren genau in der Mitte.
Der Abschied nach diesem einzigartigen Wochenende war schwer, ich weiß nicht ob man das von der Ferne nachvollziehen kann, da wir ja nur 2 volle Tage miteinander verbracht haben. Aber es fühlte sich an als ob man sich schon Jahre lang kennen würde, einfach weil man das gleiche Durchmacht und da macht es keinen Unterschied aus welchem Land man kommt.
Für das folgende müsst ihr wissen das meine Gastmama für Ayusa arbeitet und die Chefin von 7 Bundesstaaten ist.
Also immer wenn irgendein Austauschschüler Probleme hat oder die Gastfamilie wechseln muss, landen sie meistens bei uns, das meine Gastmama sich für sie verantwortlich fühlt und wir ein Gästezimmer haben.
Der erste Gast war aus Chile, er hat nur 2 Nächte bei uns gewohnt, war super nett und das lustige war das wir an einem der Tage zu einem Baseballspiel gegangen sind und wir beide absolut keine Ahnung von den Regeln hatten.
Die 2. war ein Mädchen aus Deutschland, wir kannten uns schon von dem Vorbereitungstreffen in Berlin und sie hat mit uns auch nur ein Wochenende gewohnt, aber es war eine nette Zeit.
Nummer 3 war dann der Aufregendste. Yang, aus China! Er war genauso wie man sich einen typischen Chinesen halt so vorstellt: klein, Brille, sehr dünn, Tischtennis ist der einzige Sport den er macht, super schlau, gut mit Computern UND schlechtes Englisch… Das ist noch nett formuliert um ehrlich zu sein konnte er wirklich fast gar kein Englisch, er hat sich mit verschiedenen Geräusche und Lauten ausgedrückt. Auch Jeans waren ihm nicht bekannt. Schon merkwürdig, denn fast alle Jeans werden in China produziert, aber die tragen sie nicht… Es gab auch einige interessante politischen Gespräche und es ist einfach mal krass, was deren Diktatur mit ihnen macht. Die dürfen kein Facebook haben und außerdem können sie keinen normalen Internetserver wie Google oder Safari benutzen, da die regierung jegliche Medien überwacht und nur die Informationen zu lässt die sie wollen, also haben sie einen eigenen Server. Das im 21. Jahrhundert hat mich dann doch ziemlich zum Stauen gebracht, aber andere Länder anderen Sitten und das ist was der ganze SchülerAUSTASUCH ausmacht.
Gestern haben wir dann wieder jemand neues bekommen Pablo, aus Deutschland. Wirkt soweit ganz nett, halt ein typischer Norddeutscher und anscheinend ein kleiner Troublemaker… Bin gespannt auf die Zeit mit ihm und mal sehen wie lange er bleibt, denn Yang sollte nur 5 Tage mit uns leben und es waren dann im Endeffekt 3 Wochen…
Wie ihr merkt, ist also immer was los bei uns. Ich muss mich jetzt für die Kirche fertig machen. Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und einen fleißigen Weihnachtsmann!

First Thanksgiving

Leider sind die Thanksgiving Ferien schon wieder vorbei (waren von Mittwoch bis Freitag letzter Woche), aber dennoch möchte ich euch von dem Fest un meinen Eindrücken berichten.

Am Mittwoch haben meine Gastschwester Sarah und ich einfach mal nichts gemacht. Buchstäblich, wir haben den ganzen Tag nur geschlafen und Filme geschaut, aber das muss ab und zu auch mal sein.

Donnerstag war dann der genaue Thanksgiving Tag (ist immer der letzte Donnerstag im November). Wir sind dafür 2 h in den Süden von Missouri gefahren, um zum Haus von Amy’s (meine Gastmama) Tante und Onkel zu fahren. Es war ein schöner Tag, wir haben viel geredet und ich habe viele Familienmitglieder kennengelernt. Die Amerikaner haben wirklich sehr große Familien, da hier so gut wie jeder mindestens 2 Kinder hat. Natürlich gab es auch viel zu essen und wer mich nach dem Klischee des Truthahns fragen will, ja den gab es auch! Generell bin ich kein großer Fan von den amerikanischen Essengewohnheiten, da die Amis dazu neigen gerne alle was irgendwie nicht zusammenpasst zusammen zu mischen. Ein gutes Beispiel Süßkartoffel Auflauf. Ist generell schon eine ganz spezielle Sache, aber das dann mit Marshmallows oben drauf? Wirklich überhaupt nicht mein Ding, aber man muss ja nicht alles mögen.

Freitag war dann „Black Friday“, ich weiß nicht ob ihr schon mal davon gehört habt, aber selbst in Deutschland probieren zumindest die ganzen Onlineshops das mitzumachen. Kurz gefasst: man geht shoppen was das Zeug hält, denn überall gibt es extreme Rabatte. Das ganze beginnt um Mitternacht und es gibt echt verrückte Leute die die ganze Nacht shoppen gehen und sich sogar kloppen, wenn es um Designersachen oder ähnliches geht. Diese Erfahrung habe ich leider nicht sammeln können… Wir sind ganz gemütlich um 9 Uhr morgens losgefahren, um eine größere Mall in St. Louis aufzusuchen. Es war auch sehr voll, aber Schlägereien habe ich keine gesehen, nur ellen lange Leinen zum Bezahlen. Sowas kostet also Nerven, dass bedeutet wenn man es nicht voll mag sollte man an diesem Tag doch lieber online shoppen, um doch noch einige Rabatte entspannt mitzunehmen. Natürlich gibt es auch immer ein paar Leute die sich lustig darüber machen und Sprüche reißen wie, „Ich habe das meiste Geld gespart, denn ich habe gar nichts gekauft“ oder „Black Friday: because only in America people trample each other for sales exactly one day after being thankful for what they already have“, mein Opa würde diesem Zitat nur zu genüge zustimmen.

Samstag ging es dann schon ganz früh los, da wir nach Kansas City wollten (3 h entfernt), um mit Amy’s engster Familie Thanksgiving zu feiern. Wir hatten also ein 2. großes Essen im Haus ihrer Eltern. Hannah, meine ältere Gastschwester die in Springfield ein Collage besucht war auch gekommen. Außerdem war Amy’s Schwester Kerri mit ihrer Familie und ein paar Freunde der Großeltern da. Es hat einfach nur super viel Spaß gemacht, da Kerri auch 2 Söhne hat (9 und 11 Jahre alt), ziemlich aufgedreht, aber mega lustig. Des Weiteren waren wir wirklich eine bunte Gruppe, da Kerri’s Familie auch einen Austauschschüler aus Pakistan hat und wir Yang (der Übergangsweise bei un gewohnt hat) und aus China kommt, mitgebracht haben, aber zu denen werde ich euch in einem neuen Artikel mehr berichten.

Thanksgiving ist ja das Fest der Dankbarkeit und ich bin dankbar für sehr viele Dinge, aber vor allem das ich die Möglichkeit habe dieses Jahr erleben zu dürfen (kann es nicht fassen, 4 Monate sind schon um!!!). Dafür danke ich meiner einzigartigen Gastfamilie und meinen Eltern und Freunden in Deutschland, die mich so unglaublich toll unterstützen. Ich liebe euch!

Cross Country

„Run till your are tired and then run more!“, das ist eins meiner Lieblingszitate, weil es einfach die Philosophie des Sportes perfekt widerspiegelt. Im folgenden Eintrag möchte ich euch von meiner Zeit im Cross Country Team erzählen, was der Sport genau ist und welche Rolle Sport in amerikanischen Schulen spielt.

Als ich am ersten August hier angekommen bin habe ich gleich am Anfang meine Gastschwester gefragt was es denn für Sportangebote an der Schule gibt und was ich tun muss um mit zu machen. Im Herbst gibt es Volleyball, Softball (Baseball für Mädchen), Football, Football Cheerleading, Tanzen und Cross Country. Das Problem war allerdings das die Tryouts schon vorüber waren und der einzige Sport bei dem es keine gibt ist Cross Country. Ich habe ziemlich lange überlegt ob ich es versuchen sollte oder nicht, das Rennen jetzt nicht wirklich das ist was ich mir vorgestellt hatte und ich auch nicht super schnell bin. Schlussendlich kam ich dann zu dem Entschluss es einfach zu probieren, denn wenn es mir nicht gefallen würde könnte ich ja immer noch aufhören.
Eins kann ich schon mal vorweg nehmen, falls ihr überlegt ein Auslandsjahr zu machen oder euch schon dafür entschieden habt belegt definitiv einen Sport! Ich hatte erwartet das es leichter ist in der Schule, allein durch den Unterricht Freunde kennenzulernen, aber das ist es nicht. Man versteht sich zwar mit vielen gut und hat auch meist jemanden zum reden, aber es dreht sich dann doch meist um schulische Sachen. Es ist wirklich schwer darüber hinaus zukommen und vor allem auch etwas in der Freizeit zu unternehmen.
Doch durch Cross Country war das alles viel einfacher, denn du trainierst 5-6 Tage die Woche meist für 2 Stunden. Wir hatten Lagerfeuer, diverse Dinner, lange Busfahrten zu Wettkämpfen und einen tollen Wochenendtrip nach Joplin bei dem wir uns sogar das College dort angeschaut haben. Sowas schweißt extrem zusammen und es macht es auch einfach die Leute kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.
Zurück zum Sport. Es ist laufen, einfach laufen. Man benötigt kein großartiges Talent, jeder kann es die Frage ist nur wie schnell. Ich kann nur sagen es ist der härteste Sport den ich jemals betrieben habe. Ein normales Training läuft folgendermaßen ab, Dehnung, eine Meile einlaufen, Sprints, 4 Meilen laufen, 1 Meile Cooldown (macht ca. 10 km pro Tag) und das nur für die Mädels. Meist sind wir immer zu verschieden Orten rund um Owensville gefahren um dort laufen zu gehen, was mir echt sehr gut gefallen hat, da man dadurch sehr viel von der Natur gesehen hat. Im August und September waren wir immer einmal in der Woche im Schwimmbad und haben dort trainiert, das hat immer ein bisschen Abwechslung gebracht. Ich weiß nicht ob man sich vorstellen kann wie hart das Training ist, aber man muss jeden Tag über seine Grenzen hinausgehen und es ist nicht nur physisch hart ein sehr großer Teil ist mentale Arbeit, mehr als ich je erwartet hätte. Vor Cross Country hätte ich niemals gedacht was ich alles leisten kann. Ich bin in der gesamten Saison 6 Rennen gelaufen (ein Rennen ist 5 km lang) und es ist unbeschreiblich hart. Für jeden einzelnen, egal ob langsam oder schnell. Während des Rennens denkt man so oft darüber nach einfach aufzugeben und fragt sich warum man sich das eigentlich antut. In dem Moment in dem man durchs Ziel läuft weiß man es, denn dieses Gefühl ist einfach großartig, wenn man sieht was man geleistet hat, zu was man fähig ist und das man es einfach durchgezogen hat.
Ich hatte auch einfach ein großartiges Team, wir sind etwas über 30 gewesen, davon 11 Mädchen und auch wenn man denkt Rennen ist ein Einzelsport, das Team macht soviel davon aus! Dazu hatten wir einen großartigen Coach der so viel Zeit und Liebe in alles investiert, das sich jeder einzelne wichtig fühlt.
Im Endeffekt bin ich einfach nur so unglaublich glücklich das ich mich dazu entschieden habe Cross Country zu machen und es einfach durchgezogen haben auch wenn es hart war. Es war toll so viel draußen zu sein (bin mega braun geworden), so viel zu Gesicht zubekommen, etwas neues auszuprobieren, Sport zu machen, an seine Grenzen zu gehen und einfach Zeit mit diesen ganzen tollen Persönlichkeiten zu verbringen. Ich bin so stolz was diese Menschen jedes Jahr leisten und bin einfach nur stolz ein Teil dieses unglaublich tollen Teams gewesen zu sein!