Chapter 1/11

29. August 2015 und der erste Monat ist schon um, die Zeit vergeht wie im Flug und es fühlt sich immer noch wie ein Traum an.
Im folgenden Eintrag möchte ich erstmal nur von meinem Schulalltag und meinen Erfahrungen mit dem amerikanischen Schulsystem berichten.
2 einhalb Wochen habe ich nun schon überstanden und die Schultage sind wirklich lang und anstrengend. Das Gute daran ist das man abends immer so kaputt ins Bett fällt und sich kaum noch bewegen kann (Erklärung folgt später), sodass keine Zeit bleibt großartig Heimweh zubekommen.

Mein Wecker klingelt täglich um 6:30 Uhr, jeder macht so sein eigenes Ding und ist nicht sonderlich gesprächig am Morgen, was ich eigentlich ganz gut finde, denn den ganzen Tag auf Englisch zugetextet zu werden ist ziemlich anstrengend. Um 7.10 Uhr verlassen wir dann das Haus und holen noch 2 andere Mädels aus unserem Orchester ab, viele bilden hier Fahrgemeinschaften, sodass die Schüler, die noch nicht 16 sind auch pünktlich zum Orchester kommen können.
Die Schule beginnt normalerweise um 8:21 Uhr und freitags sogar 8:54 Uhr, aber wenn man im Orchester ist hat man leider nichts davon…
Wir beginnen also 7:30 Uhr und haben anschließend dann die 1. Stunde zusammen, was uns einige Zeit verschafft. Marching Band macht mir wirklich super viel Spaß, aber es ist sehr anstrengend, denn die Movements sind ziemlich kompliziert und man muss die ganze Musik auswendig können, dabei habe ich noch ein paar Probleme beides zusammen zu bekommen… Ich hoffe das es bis Anfang Oktober klappt, denn da haben wir unseren ersten Wettbewerb.
In der 2. Stunde habe ich Englisch, das ist bis jetzt ziemlich einfach und viele Amerikaner sind wirklich schlecht in Rechtschreibung also fällt man das als Austauschschüler nicht sonderlich aus der Reihe.
Im Anschluss geht es dann zu American Pop Music und ich liebe diese Fach, denn wir spielen eigentlich nur Spiele, essen, schauen Youtube Videos, schreiben Texte und reden über Musik. Ich würde sagen es ist mein entspanntestes Fach und trotzdem lernt man viel.
Dann haben wir Dutch Time, das ist das einzige Fach was nur 25 Minuten geht (alle anderen gehen 45 Minuten) und da hat man Zeit um Hausaufgaben zu machen oder man kann einfach nur rumsitzen und quatschen.
Ich habe danach Collage Algebra/ Trigonometrie, das ist hier einer der schwersten Mathekurse. Die Lehrerin ist sehr nett und kann auch gut erklären, aber es ist halt immer noch Mathe und nicht wirklich das was mich interessiert. Außerdem kriegen wir fast jeden Tag Hausaufgaben auf was wirklich ziemlich nervig ist.
Das klingen danach ist wirklich befreiend, denn wir haben Mittagspause, aber das Schulessen ist, direkt gesagt – schrecklich.
Immer nur fettiges Zeug, was nicht wirklich schmeckt, außer freitags da kann man sich seinen individuellen Wrap machen mit frischem Salat und Gemüse, sodass man sich richtig auf das Essen freuen kann. Als Beilage gibt es natürlich Chips, aber man soll sich ja nicht beklagen.
Die 6. Stunde ist dann Biologie, was vom Stoff her einfach ist, da wir das in Deutschland alles schon hatten, aber man brauch halt Ewigkeiten um einen Text zu verstehen, da man gefühlt jedes 2. Wort nachschlagen muss.
Die Stunde danach habe ich mit Laras Gastmutter (Lara ist die andere deutsche Austauschschülerin hier) sie unterrichtet American History und ich glaube das wird das Fach wofür ich am meisten lernen muss. Bis jetzt machen wir zwar nur Präsentationen, aber wir haben schon einen Vorbereitungstest geschrieben und ich hatte 21 von 48 Punkten, was ja wirklich schlecht ist, aber die meisten anderen Schüler hatten nur 10 oder 15, was mich wirklich erstaunt hat. Im Dezember schreiben wir dann fast den gleichen Test nochmal, nachdem wir den Stoff durchgenommen haben, damit wir sehen was wir in dem Halbjahr gelernt haben. Mal sehen wie das dann wird… Gerade die Bildung im Bereich von Geschichte und Erdkunde ist bei den meisten ziemlich schlecht.
Als letztes habe ich dann Weight Training, da gehen wir in einen Trainingsraum, was ein bisschen wie ein Fitnessstudio ist und da machen wir halt verschiedene Übungen, aber alles ist ziemlich frei und der Lehrer sitzt nur rum und man kann ihn halt fragen, wenn man Hilfe braucht oder wissen will wie man eine bestimmte Übungen ausführen muss.
15:14 Uhr endet dann die Schule und um 15:30 Uhr beginnt dann Cross Country, was bis 17.45 Uhr geht und das Training ist einfach nur hart. Um es zu erläutern, in der ersten Woche konnte ich mich kaum noch bewegen und habe 5 Minuten gebraucht um die Treppe zu meinem Zimmer runterzukommen. Aber zu Cross Country und den Sportarten an der Schule werde ich nochmal einen separaten Eintrag schreiben.

Generell hat man jeden Tag die gleichen Fächer in der selben Reihenfolge. Meine Räume habe ich auch nach den ersten 3 Tagen alleine finden können, da die Schule nicht all zu groß ist (600 Schüler) und es ist alles recht übersichtlich.
Komisch ist das hier niemand sein Schließfach abschließt, alle sind ohne Schloss und meine Gastschwester musste so lachen, als ich sie gefragt habe ob wir ein Schloss kaufen können, scheint hier wohl einfach nicht üblich zusein…

Das wars erstmal von mir, dieses Wochenende gehen wir am Samstag mit Leuten vom Cross Country und ein paar anderen aus der Schule ins Kino und morgen geht es dann mit meiner Gastfamilie auf eine Kajaktour.

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